Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2018

Seminar und Lektürekurs

“Warum moralisch sein?”

Fr. 10:00 bis 12:00 c.t. woch 13.04.2018 bis 13.07.2018 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (D) - D Z005

Stellen wir uns vor, jemand sagt zu uns: „Ich verstehe, dass es moralisch richtig ist, ein gegebenes Versprechen einzuhalten. Aber ich sehe nicht ein, warum ich es tun sollte. Die Ehrlichen sind doch die Dummen. Wenn es für mich einen Vorteil bringt, ein gegebenes Versprechen zu brechen, dann wüsste ich nicht, warum ich es nicht tun sollte!“
Natürlich wären wir über diese Äußerung empört. Aber was würden wir antworten? Wir könnten vielleicht darauf hinweisen, dass immer die Gefahr besteht, erwischt zu werden, und dass es daher sicherer ist, seine Versprechen zu halten. Ehrlich währt am längsten. Aber was ist, wenn diese Gefahr in einem konkreten Fall ausgeschlossen werden kann? Könnten wir unserem Gegenüber dann noch einen Grund dafür nennen, warum er oder sie ein gegebenes Versprechen einhalten sollte?

Die Frage, warum wir moralisch sein sollen, markiert eine zentrale Herausforderung an die philosophische Ethik. Seit der Antike wurden ganz unterschiedliche Strategien entwickelt, dieser Herausforderung zu begegnen. Während einige Autoren behaupten, dass moralisches Handeln immer in unserem eigenen Interesse liegt, argumentieren andere, dass moralische Überzeugungen als solche die Einsicht in bestimmte Handlungsgründe beinhalten. Wieder andere meinen, dass die Herausforderung gar nicht beantwortet werden kann. Ziel unseres Seminars ist es, einige dieser Strategien anhand ausgewählter Texte kennenzulernen und zu diskutieren.

Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferats

Die Texte werden zu Beginn des Semesters bekannt gegeben. Zur Einführung empfohlen: Kurt Bayertz, Warum überhaupt moralisch sein?, München: C.H. Beck 2004.


BA-Hauptfach Philosophie - P 5 und P 6 sowie BA-Nebenfach Philosophie - WP 4, WP 9 und WP 10: Hausarbeit ODER (Referat+Ausarbeitung) ODER (Referat+Ergebnisprotokoll); je nach Vorgabe der/s Dozierenden
nur, wenn der Kurs innerhalb des WP 5 im BA-Nebenfach Philosophie belegt wird; Referat ODER Protokoll ODER Essay, je nach Vorgabe der/s Dozierenden

Anmeldung

Muss irgendwann zwischen dem 20.03. und dem 03.04.2018 (12 Uhr!) über das LSF-System priorisiert belegt werden.

Materialien: Baier Hare.pdf; Foot.pdf; Gauthier Williams.pdf; Kavka.pdf; Platon Prichard.pdf; Vorrang der Moral.pdf;

Seminar und Lektürekurs

Epikur

Di. 14:00 bis 16:00 c.t. woch 10.04.2018 bis 10.07.2018 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (D) - D Z005

Das Seminar bietet eine Einführung in die Philosophie Epikurs (341-271/270 v. Chr.) bzw. der Epikureer. Im Zentrum dieser Philosophie steht eine bestimmte Konzeption des guten Lebens, die durch den Begriff der „Seelenruhe“ (ataraxia) gekennzeichnet ist. Wer sich in diesem Zustand befindet, hat begriffen, dass man weder Gott noch den Tod fürchten muss, dass das Gute leicht zu beschaffen und das Schreckliche leicht zu ertragen ist.
Hinter dieser vermeintlich einfachen Lehre steckt ein anspruchsvolles philosophisches System, das eine materialistische Naturphilosophie (inklusive Seelenlehre) mit einer empiristischen Erkenntnistheorie sowie einer hedonistischen Auffassung des Guten verbindet.
Das Ziel unseres Seminars besteht darin, die unterschiedlichen Teile dieses Systems genauer anzuschauen und nachzuvollziehen, wie sie (a) miteinander und (b) mit Epikurs Begriff der Seelenruhe zusammenhängen. Auf diese Weise werden wir einige grundlegende Debatten sowohl der theoretischen als auch der praktischen Philosophie des hellenistischen Zeitalters kennenlernen.

Teilnahmebedingung ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzfreferats.

Textgrundlage: Epikur, Ausgewählte Schriften, übers. und hg. von Christof Rapp, Stuttgart: Kröner 2010. Zur Vorbereitung auf das Seminar empfehle ich die „Einleitung des Herausgebers“ in diesem Band. Weitere Literatur wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.

Leistungsnachweis

BA-Hauptfach Philosophie - P 7 sowie BA-Nebenfach Philosophie - WP 11: Hausarbeit ODER (Referat+Ausarbeitung) ODER (Referat+Ergebnisprotokoll); je nach Vorgabe der/s Dozierenden
nur, wenn der Kurs innerhalb des WP 6 im BA-Nebenfach Philosophie belegt wird; Referat ODER Protokoll ODER Essay, je nach Vorgabe der/s Dozierenden

Anmeldung

Muss irgendwann zwischen dem 20.03. und dem 03.04.2018 (12 Uhr!) über das LSF-System priorisiert belegt werden.

Materialien: LS Teil I.pdf; LS Teil II.pdf; LS 20.pdf;

 

Fortgeschrittenenseminar und Essaykurs

Aristoteles und Stoiker über Emotionen

!!! Class will be held in English (but essays can of course be written in German) !!!

Mi. 10:00 bis 12:00 c.t. woch 11.04.2018 bis 11.07.2018 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (E) - E 210

The aim of our class is to understand how Aristotle, on the one hand, and the Stoics, on the other, conceive of phenomena such as anger, joy, fear, or sadness.
We will take a look at the strikingly different accounts that are given of these phenomena (while Aristotle emphasizes that emotions are always accompanied by pleasure or pain, the Stoics take them to be false judgements and excessive impulses). And we will discuss how these accounts relate to the authors’ background assumptions in fields such as the theory of the human soul and its relation to the body, the philosophy of action, of moral responsibility, and of the virtues. In addition, we will consider the notorious ‘lists’ of emotions that we find in the works of both Aristotle and the Stoics.
Finally, we will compare the Stoic ideal of the absence of emotions (apatheia) with Aristotle’s ideal of an appropriate emotional response. Do Aristotle and the Stoics mean something completely different when talking about the ‘pathē tēs psuchēs’ or do they offer different accounts of what is roughly the same kind of experience?

Textgrundlage: In the case of Aristotle, we will mostly rely on selected passages from the Rhetoric and the Nicomachean Ethics; in the case of the Stoics, our focus will be on passages from Galen’s Placita, Cicero’s Tusculan Disputations and Seneca’s De ira.
A good introduction to the Stoic account is: Tad Brennan, ‘The Old Stoic Theory of Emotions’, in: J. Sihvola & T: Engberg-Pedersen (edd.), The Emotions in Hellenistic Philosophy, Dordrecht etc. 1998, 21-70. For Aristotle, a good starting point is: John Cooper, ‘An Aristotelian Theory of the Emotions’, in his Reason and Emotion, Princeton 1999, 406-23. Further literature will be announced or provided during the course.

 

Leistungsnachweis

wenn die Veranstaltung als Essaykurs belegt wird: 4 Essays [9 ECTS-Punkte] - nur für BA-Philosophie-Hauptfächler/innen und Philosophie-Masterstudierende. In dem Fall wird eine zusätzliche Übungsstunde (1 SWS) zur Besprechung der Essays n. V. angeboten.

wenn die Veranstaltung als Fortgeschrittenenseminar belegt wird: Hausarbeit oder (Referat+Protokoll/Ausarbeitung) [9 ECTS-Punkte]

Anmeldung

Eine LSF-Belegung oder sonstige Voranmeldung ist nicht erforderlich

 Materialien: Brennan.pdf; Fortenbaugh.pdf; Wedin.pdf; Aristotle.pdf; Rorty.pdf; Rhetoric II1-11 REEVE.pdf; Achtenberg.pdf; Cic TD IV.pdf; Graver chs 2&3.pdf; Galen Placita IV.pdf;

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