Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
print

Links und Funktionen

Navigationspfad


Inhaltsbereich

LPO I von 2002, § 80 (Gymnasiales Lehramt)

§ 80: Philosophie/Ethik

Erste Staatsprüfung

 

(1) Inhaltliche Prüfungsanforderungen

1. Philosophie

a) Geschichte der Philosophie Überblick über wichtige systematische Konzeptionen der Philosophie aus Antike, Mittelalter und Neuzeit (einschließlich Gegenwart) und vertiefte Kenntnisse über ein Spezialgebiet (Angabe gemäß § 21 Abs. 2 Satz 4).

b) Kenntnisse über ethisch bedeutsame Grundfragen aus zwei Disziplinen der theoretischen Philosophie entsprechend den schulischen Themenfeldern:

aa) Sprachphilosophie (Sprache und Literatur),

bb) Philosophie der Naturwissenschaften (Mathematik und Naturwissenschaften),

cc) Anthropologie (Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften),

dd) Metaphysik/Ontologie (künstlerische und weltanschauliche Fächer); die gewählten Disziplinen sind bei der Meldung zur Prüfung anzugeben.

c) Kenntnisse im Überblick aus zwei weiteren philosophischen Disziplinen (Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie, Logik, Geistphilosophie, Philosophie der Sozialwissenschaften, Rechtsphilosophie, Geschichtsphilosophie, Ästhetik); die gewählten Disziplinen sind bei der Meldung zur Prüfung anzugeben.

d) Vertrautheit mit Begriff und Aufbau philosophischer Ethik bei klassischen Autoren:

aa) Antike: Platon (Gorgias, Politeia), Aristoteles (Nikomachische Ethik), Cicero (De officiis),

bb) Mittelalter: Thomas von Aquin (Summa theologiae: Prima Secundae, q. 1-21),

cc) Neuzeit: Kant (Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Kritik der praktischen Vernunft), Mill (Utilitarismus).

2. Angewandte Ethik

a) Grundkenntnisse über zentrale Probleme angewandter Ethik und vertiefte Kenntnisse in zwei der folgenden Bereiche:

aa) Bioethik (u. a. Medizinethik),

bb) Wirtschaftsethik,

cc) Umweltethik/Technikethik,

dd) Medienethik.

b) Ethisch bedeutsame Fragen der Human- und Sozialwissenschaften.

3. Religion

a) Religionsphilosophie

aa) Begriff von Religion (Gott, Verhältnis Gott- Mensch, Wahrheitsanspruch, Religionskritik),

bb) Philosophische Gotteslehre (Gottesbeweise z. B. bei Aristoteles, Anselm, Thomas von Aquin, Descartes, Kant).

b) Religionswissenschaft

aa) Vertiefte Kenntnisse über historische und systematische Aspekte des Christentums,

bb) Kenntnisse über Judentum, Islam und wichtige asiatische religiöse Traditionen (z. B. Buddhismus, Hinduismus, Konfuzianismus) hinsichtlich Lehre, Kult und Ethik,

cc) vertiefte Kenntnisse über Formen der Begegnung und der Konflikte zwischen Religionen (Identität und Wandel der Religionen, Religionskritik, religiöse Toleranz und Religionsfreiheit, interreligiöse Kommunikation),

dd) Kenntnisse über neureligiöse Bewegungen und Esoterik.

4. Fachdidaktik

Fachdidaktische Kenntnisse gemäß § 37.

 

(2) Prüfungsteile

1. Schriftliche Prüfung

a) Systematische Interpretation geeigneter klassischer Texte aus dem Bereich ,,Begriff und Aufbau der Ethik“ gemäß Absatz 1 Nr. 1 Buchst. d (Bearbeitungszeit: 4 Stunden); zwei Themen werden zur Wahl gestellt;

b) eine Aufgabe aus der angewandten Ethik gemäß Absatz 1 Nr. 2 Buchst. a (Bearbeitungszeit: 4 Stunden); drei Themen werden zur Wahl gestellt;

c) eine Aufgabe aus der Religionsphilosophie und Religionswissenschaft gemäß Absatz 1 Nr. 3 Buchst. a und b (Bearbeitungszeit: 4 Stunden); mindestens zwei Themen werden zur Wahl gestellt.

2. Mündliche Prüfung

a) Geschichte der Philosophie gemäß Absatz 1 Nr. 1 Buchst. a (Dauer: 30 Minuten),

b) Grundfragen theoretischer philosophischer Disziplinen gemäß Absatz 1 Nr. 1 Buchst. b und c (Dauer: 30 Minuten),

c) ethisch bedeutsame Fragen der Human- und Sozialwissenschaften gemäß Absatz 1 Nr. 2 Buchst. b (Dauer: 20 Minuten),

d) Fachdidaktik (Dauer: 30 Minuten).

 

(3) Bewertung

Bei der Ermittlung der Durchschnittsnote nach § 33 Abs. 4 Nr. 1 werden die Noten für die drei schriftlichen Leistungen nach Absatz 2 Nr. 1 Buchst. a, b und c je vierfach, die Noten für die beiden mündlichen Leistungen nach Absatz 2 Nr. 2 Buchst. a und b je dreifach und die Note für die mündliche Leistung nach Absatz 2 Nr. 2 Buchst. c zweifach gewertet.


Servicebereich