Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2017

Seminar und Lektürekurs

Aristoteles' Politik

Mo. 14:00 bis 16:00 c.t. woch 24.04.2017 bis 24.07.2017 Ludwigstr. 28, RG - 026

 

Warum leben Menschen überhaupt in Staaten? Warum gibt es so viele verschiedene Staatsformen? Wodurch genau unterscheiden sich diese Verfassungen? Sind diese Verfassungen einfach nur anders oder auch besser und schlechter? Gibt es eine beste Verfassung? Oder gibt es unter verschiedenen Umständen auch verschiedene beste, gewissermaßen bestmögliche Verfassungen? Gibt es auch eine schlechteste Verfassung? Aus welchem Grund verändern sich Verfassungen? Wie kann man Verfassungen erhalten und wie kann man sie einrichten? Was ist überhaupt eine Verfassung? Wer soll Bürger sein in einer Verfassung? Und was genau ist ein Bürger? Auf all diese Fragen und auf viele andere mehr gibt Aristoteles in seiner Politik Antworten, die für die Geschichte der politischen Philosophie wegweisend waren.
Literatur:

Wir arbeiten im Seminar mit der Übersetzung von Franz Susemihl, die bei Rowohlt erschienen ist. Als sehr guter Text zur Einführung kann nach wie vor das Buch von Richard Mulgan empfohlen werden: Aristotle’s Political Theory, Oxford 1977. Weitere Literatur wird zu Beginn des Seminars genannt.
Voraussetzungen:

Griechisch-Kenntnisse sind nicht erforderlich.
Anmeldung:

Muss zwischen dem 03.04. und dem 18.04.2017 über das LSF-System priorisiert belegt werden.

 Fortgeschrittenenseminar

Platons späte politische Philosophie (Timaios, Kritias, Politikos)

Di. 10:00 bis 12:00 c.t. woch 25.04.2017 bis 25.07.2017, Raum: MusaPH (Leopoldstr. 11b, 4. Stock, Raum 433)

 

Wir werden uns in diesem Seminar mit einigen zentralen Texten und Themen von Platons später politischer Philosophie (also nach der Politeia) beschäftigen. Im Einzelnen geht es dabei um den Beginn des Timaios (Ti. 17a-27b), die Fragment gebliebene Atlantis-Erzählung im Kritias und schließlich um den Politikos. Im Rahmengespräch des Timaios erfahren wir, dass man sich am Vortag über die besten Verfassung unterhalten hat. Dabei hatte Sokrates Thesen formuliert, wie wir sie aus der Politeia kennen, v.a. aus den Büchern II-V. Interessanterweise scheint Sokrates diese Thesen weiterhin zu vertreten, aber er äußert nun den Eindruck, dass das darin sichtbare Modell einer besten Verfassung zu statisch sei und dass es sinnvoll wäre, den so konzipierten Staat in Aktion zu sehen. Etwas von der Art darzustellen, sieht Sokrates als außerordentlich schwierig an, aber genau das ist das Projekt, das die anwesenden Gesprächsteilnehmer zu Beginn des Timaios und dann im Kritias verfolgen. Wie dieses Projekt einer erweiterten politischen Theorie im Ganzen aussehen würde, wissen wir leider nicht, da der Kritias mitten im Satz abbricht, aber wir wollen versuchen, die Version, die uns vorliegt, so genau wie möglich zu beschreiben. Der Entwurf politischer Theorie, der uns im Politikos vorliegt, scheint diesen Weg nicht weitergehen zu wollen und von ganz anderer Natur zu sein. Diesen äußerst komplexen Neuentwurf nachzuvollziehen und in seinem Verhältnis zum Timaios-Kritias und zur Politeia zu bestimmen, wird uns in mindestens der Hälfte der Seminarsitzungen beschäftigen.
Literatur:

Für den Timaios und den Kritias werde ich die Übersetzungen von Hieronymus Müller zugrunde legen, für den Politikos die Übersetzung von Schleiermacher. Die Texte sind u.a. bei Rowohlt erhältlich. Hinweise auf wichtige Forschungsliteratur werden zu Beginn des Semesters gegeben.
Voraussetzungen:

Griechisch-Kenntnisse sind natürlich nützlich, aber keineswegs erforderlich.


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