Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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Achtsamkeit und Bildung

Das Projekt: Vision, Ziele und Methoden

Bewusstseinskultur entwickeln:

Die Fortschritte in der Technik sind rasant und immens, die Entwicklung des Geistes bleibt dagegen auf der Strecke. Notwendig sind Technologien des Bewusstseins. Dabei geht es nicht um eine "Technologisierung des Menschen", sondern um eine Kultur des Bewusstseins, die das geistige Potenzial des Menschen im Sinne eines guten Lebens und einer gerechten Gesellschaft nutzt. In diesem Sinne müssen die Bewusstseinsfähigkeiten kultiviert, d.h. wissenschaftlich und rational begründet in die Erziehung und Bildung implementiert werden. Eine von Religion und Esoterik bereinigte, wissenschaftlich begründete, d.h. säkulare Achtsamkeit ist eine solche Bewusstseinsfähigkeit. Leider fehlt bis heute in Deutschland ein differenzierter und kritischer Bildungsdiskurs bezüglich der Achtsamkeit.

Achtsamkeit in die Schule implementieren:

Während Achtsamkeit im beschleunigten Alltag der Menschen und in den Neurowissenschaften boomt, hat dieser Trend bislang weder in die pädagogische Forschung noch in die deutschen Schulen einen systematischen Zugang gefunden. Nur vereinzelt gibt es in Deutschland Versuche, diese Praxis wissenschaftlich zu untersuchen und in die Schulbildung einzuführen. Dagegen gibt es in den USA bereits größere Bildungsprojekte, die auf Achtsamkeit setzen. (https://mindfulnessinschools.org/) Besonders in der Gewaltprävention und in der Erziehung zur Demokratie (http://democracyeducationjournal.org/home/vol23/iss2/2/) spielt die Achtsamkeitspraxis eine wichtige Rolle.

Unsere Ziele:

Das Hauptziel dieses Projekts ist, Achtsamkeit als eine wichtige Komponente der Persönlichkeitsbildung zu begründen und Implementierungsmöglichkeiten für das deutsche Schulsystem zu entwickeln.

Die Achtsamkeitsforschung liefert bereits ausreichend Grundlagen- und Anwendungswissen. Viele Studien belegen, dass die Achtsamkeitspraxis nicht nur zur Stärkung der Konzentration, Resilienz und Selbstkompetenz führe, sondern auch ihre sozialen Fähigkeiten wie z.B. Mitgefühl befördere (vgl. ReSource Project https://www.resource-project.org/home.html).

Das Projekt fährt zweigleisig: Zum einen sollen Lehramtsstudierende und LehrerInnen für Achtsamkeit sensibilisiert und in der (pädagogischen) Methodik der Achtsamkeit aus- und fortgebildet werden. Zum anderen sollen Möglichkeiten entwickelt werden, Achtsamkeitsübungen im Schulalltag systematisch und regelmäßig einzusetzen.

Wer sind wir?

Dr. Irina Spiegel, Dr. Barbara E. Meyer (Bildungs- und Sprechwissenschaftlerin), Julian Frederic Stauß (Pädagoge und Doktorand) und Rolf Roew (Ethik-Lehrer am Gymnasium und Fachberater Ethik).

Frau Dr. Britta Hölzel berät uns in Bezug auf die Grund- und Anwendungsfragen der Achtsamkeitsforschung. In Fragen der Implementierung der Achtsamkeit in den Bildungskontexten tauschen wir uns mit Vera Kaltwasser und  Prof. Dr. Andreas de Bruin aus.

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Vergangene Veranstaltungen

9. Dezember 2016 "Durch Achtsamkeit Stress reduzieren und sich selbst reflektieren

Impulsvorträge: Achtsamkeit aus Sicht der Forschung (Dr. Britta Hölzel) & Achtsamkeit in der Schule: Erfahrungen, Erkenntnisse und Möglichkeiten (Vera Kaltwasser)

Workshops: Achtsamkeitsübungen im Unterricht (Vera Kaltwasser) & Achtsamkeit im Ethikunterricht (Rolf Roew) & Meditation im Studium: Münchner Modell (Prof. Dr. Andreas de Bruin) & Achtsame Kommunikation (Dr. Barbara E. Meyer) & Basics der Achtsamkeitsmeditation (Dr. Britta Hölzel) & Gnothi seauton: Erkenne dich selbst (Dr. Irina Spiegel).

10. Mai 2017 "Achtsamkeit - eine elementare Kulturtechnik?" Impulsvortrag und Diskussion

Dr. Irina Spiegel, Philosophie (LMU) - In Kooperation mit dem Münchner Zentrum für Lehrerbildung (MZL).

An deutschen Schulen ist der Achtsamkeitstrend bisher vorbei gegangen. Aber so besteht auch die Chance, die Achtsamkeitspraktiken erst dann in der Schulbildung zu implementieren, wenn ein wissenschaftlicher, normativer und kritischer Diskurs stattgefunden hat. Wie ist überhaupt ein solcher Diskurs möglich, wo es viele verschiedene Achtsamkeitstraditionen gibt, die sich obendrein dem kritischen Projekt der Aufklärung zu widersetzen scheinen? Kritik als die Methode des selbstständigen Denkens scheint dem wesentlichen Aspekt der Achtsamkeit - dem Nicht-Bewerten bzw. Nicht-Urteilen - zu widersprechen. Der Impulsvortrag ging auf die Möglichkeit, die Notwendigkeit und die Kriterien eines Bildungsdiskurses über die Achtsamkeit ein.

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