Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
print

Links und Funktionen

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Lehrveranstaltungen WS 2010/2011

Lehrveranstaltungen WS 10/11

Prof. Dr. Hasper , Pieter Sjoerd

Vorlesung:

Der antike Atomismus

Mo. 12:00 bis 14:00 c.t., 18.10.2010 - 07.02.2011, Geschw.-Scholl-Pl. 1 (A) - A 214

Neben den drei großen philosophischen Strömungen in der antiken Zeit, dem Platonismus, dem Aristotelismus und dem Stoizismus, ist der antike Atomismus eine Art Gegenströmung: die Atomisten Demokrit und Epikur versuchen mit einer streng materialistischen Ontologie auszukommen; in ihrer Erkenntnislehre bleiben sie der Wahrnehmung möglichst nahe; und ihre Ethik ist gegründet auf Empfindungen, wie Schmerz und Genuss - Alles, was die anderen philosophischen Strömungen über Materie und Wahrnehmung hinaus noch brauchen, scheinen sie abzulehnen. In den Vorlesungen werden die wichtigsten Argumente der Atomisten zur Unterstützung ihrer Ideen erörtert und bewertet.

Literatur: In den Vorlesungen werden Texte benutzt aus:

G.S. Kirk, J.E. Raven und M. Schofield, Die vorsokratischen Philosophen. Einführung, Texte und Kommentare [übersetzt von K. Hülser] (Metzler, Stuttgart und Weimar, 1994).

A.A. Long und D.N. Sedley, Die hellenistischen Philosophen. Texte und Kommentare [übersetzt von K. Hülser] (Metzler; Stuttgart und Weimar, 1999).

Übung:

Platon über Erkenntnis

Do. 10:00 bis 12:00 c.t., 21.10.2010 - 10.02.2011, Geschw.-Scholl-Pl. 1 (A) - A 213

Wir werden den Dialog Theätet lesen, in dem Sokrates verschiedene Antworten auf die Frage, was Erkenntnis ist, diskutiert und in Frage stellt: Erkenntnis als Wahrnehmung, Erkenntnis als wahres Urteil, Erkenntnis als wahres Urteil mit einer Begründung. Man kann den ganzen Dialog lesen als eine Suche nach dem, was man über die Wahrnehmung hinaus noch braucht, damit man einen adäquaten Begriff der Erkenntnis hat.

Literatur: T. Chappell, Reading Plato's Theaetetus (Hackett; Indianapolis und Cambridge, 2005)

 

Seminar:

Antike Erkenntnislehre

Do. 12:00 bis 14:00 c.t., 21.10.2010 - 10.02.2011, Geschw.-Scholl-Pl. 1 (D) - D Z007

Das Ziel dieses Seminars ist einen Überblick zu gewinnen über die wichtigsten Themen in der antiken Erkenntnislehre. Wir fangen an mit den epistemologischen Ansätzen bei Heraklit und Parmenides, machen weiter mit den späteren Vorsokratikern, diskutieren dann die erkenntnistheoretischen Ideen von Platon und Aristoteles, und schließen ab mit den ausführlichen Betrachtungen zur Erkenntnislehre bei den hellenistischen Philosophen, den Stoikern, Epikur, und den Skeptikern. Das wichtigste Thema wird wohl sein, wie weit man mit der Wahrnehmung auskommt bei dem Erkenntniserwerb.

Lietratur: Die Texte der vorsokratischen und hellenistischen Philosophen kann man lesen in:

G.S. Kirk, J.E. Raven und M. Schofield, Die vorsokratischen Philosophen. Einführung, Texte und Kommentare [übersetzt von K. Hülser] (Metzler, Stuttgart und Weimar, 1994)

A.A. Long und D.N. Sedley, Die hellenistischen Philosophen. Texte und Kommentare [übersetzt von K. Hülser] (Metzler; Stuttgart und Weimar, 1999)

Weitere Texte und Literatur werden am Anfang des Seminars bekannt gemacht.

 

Hauptseminar:

Aristoteles über Wissenschaft und Wirklichkeit

Mi. 14:00 bis 17:00 c.t., 20.10.2010 - 09.02.2011, Ludwigstr. 31 - Raum 225

Vielleicht das wichtigste Thema in der aristotelischen Philosophie ist das der wissenschaftlichen Erkenntnis. Er betrachtet in gewisser Hinsicht jeden Bereich der Philosophie als eine Art Wissenschaft und deshalb auch als so weit wie möglich strukturiert wie eine Wissenschaft ihm zufolge strukturiert sein soll. Das hat selbstverständlich Folgen für seine Auffassungen darüber, wie die Wirklichkeit aussieht. In diesem Seminar werden wir zuerst den begrifflichen Rahmen von Aristoteles' reiner Wissenschaftsphilosophie rekonstruieren und dann uns mit der Anwendung und Herausarbeitung dieser Ideen für die Ontologie einiger wissenschaftlichen Bereiche befassen - vor allem der Mathematik und der Naturphilosophie - und außerdem für den Erwerb wissenschaftlicher Erkenntnis.

Literatur: Die meisten Texte, die wir lesen, kann man finden in:

T. Irwin und G. Fine (Übersetzung), Aristotle: Selections (Hackett; Indianapolis und Cambridge, 1995)

Die einzige gute deutsche Übersetzung der Zweiten Analytik ist:

W. Detel (Übersetzung und Erläuterung), Aristoteles: Analytica Posteriora (Akademie Verlag; Berlin, 1993)

Sonstige Literatur besteht aus Aufsätzen und Buchkapiteln, die am Anfang bekannt gemacht und teilweise zur Verfügung gestellt werden.


nach oben

Dr. Anagnostopoulos, Andreas

Proseminar:

Names and Descriptions

Do. 08:00 bis 10:00 c.t., 21.10.2010 - 10.02.2011, Ludwigstr. 28, RG - 026

How do names refer? How does the semantics of names differ from that of descriptions? Are ordinary proper names genuine names? Must descriptions always refer to what satisfies some 'descriptive content'? These questions have been central to analytic philosophy of language since its inception in Frege and Russell. In this seminar we will consider these questions by reading some contemporary work on the semantics of names and descriptions. We will also look at the connections between theories of names and/or descriptions and, e.g., the semantics of propositional attitude reports, modality, and the semantics vs. pragmatics distinction. This seminar is suitable as a first course in the philosophy of language, but a basic familiarity with quantificational logic is presupposed. Essays may be written in English or German.

Literatur: Text: Verschiedene Aufsätze und Auszüge werden ab Semesterbeginn zur Verfügung stehen


Proseminar (zus. mit Ferro, Antonio , M.A.):

Aristoteles' "De Interpretatione" im altgriechischen Original

Di. 12:00 bis 14:00 c.t., 19.10.2010 - 08.02.2011, Schellingstr. 9 - 101

In diesem Seminar werden wir den Gesamttext von Aristoteles' De Interpretatione im altgriechischen Original sorgfältig durchlesen. In De Interpretatione findet sich eine allgemeine Analyse der Sprache. Im Seminar werden folgende Hauptfragen thematisiert: Wie unterscheiden sich onomata (die im einfachsten Fall als Satzgegenstand benutzt werden) und rhemata (die in der Regel eine prädikative Funktion haben)? Inwiefern kann dieser Unterschied als grammatikalisch betrachtet werden? Wie können Sätze, die wahr oder falsch sind, aus Bestandteile bestehen, die selbst keinen Wahrheitswert besitzen? Wie unterscheidet sich der Inhalt eines Satzes von der assertorischen Kraft-dem Behaupten oder Ablehnen des Inhalts? Besteht eine ausnahmlose Notwendigkeit, dass von jedem Paar kontradiktorischer und sinnvoller Aussagesätze, einer wahr sein muss? Warum so oder warum nicht? Eine Grundkenntnis des Altgriechischen wird vorausgesetzt. Englisch-Lesekompetenzen, obwohl nicht erforderlich, wären hilfreich beim gelegentlichen Nachschlagen der Sekundärliteratur.

Literatur: Text: Aristoteles Categoriae et Liber de Interpretatione (Griechischer Text) ed. Minio-Paluello, Oxford.

Empfohlene Sekundärliteratur:

C.W.A. Whitaker, Dialectic and Contradiction: Aristotle's De Interpretatione. Oxford.

J.L. Ackrill, Aristotle's Categories and De Interpretatione. Oxford.

Proseminar (zus. mit Ferro, Antonio , M.A.)

Lektüreübung zu Aristoteles "Physik I"

Mi. 08:00 bis 10:00 c.t., 20.10.2010 - 09.02.2011, Geschw.-Scholl-Pl. 1 (E) - E 210

Im ersten Buch seiner Physikvorlesung setzt sich Aristoteles daran, eine Theorie der „Prinzipien" derjenigen Seienden, die als Gegenstände der Naturwissenschaft gelten, aufzustellen. Hauptfragen des Seminars betreffen sowohl Aristoteles' Methodologie als auch den philosophischen Inhalt des Textes. Verwendet das erste Buch (und die Physik im Allgemeinen) die so genannte ‚dialektische' Methode, wie es öfters heißt? Inwiefern, wenn überhaupt, können die Untersuchung und die Methode des ersten Buches als empirisch betrachtet werden? Im Laufe des Buches übt Aristoteles eine teilweise bekannte, teilweise undurchsichtige, aber immer heftige Kritik an den Ansichten seiner Vorgänger, vor allem an Parmenides und Melissos. Wenn Aristoteles Recht hat, dass die eleatischen Thesen außer Acht zu lassen sind, wie soll dann eine Auseinandersetzung mit ihnen, derzufolge das Seiende „der Zahl nach eins und unveränderlich" (184b25-26) sei, dem Naturphilosoph überhaupt nützlich sein? Was meint Aristoteles, wenn er die Form, die Privation, und das 'Zugrundeliegende' drei 'Prinzipien' nennt? Besonders umstritten ist die Frage, warum das 'Zugrundeliegende', welches oft mit Materie (hyle) gleichgesetzt wird, als Prinzip postuliert werden muss, als auch die Frage, welche Rolle dieses Prinzip in einer Veränderung spielt. Hauptziel der Lektüreübung ist, die Studenten durch die Lektüre des griechischen Originaltextes und die sorgfältige Analyse der im ersten Buch vorgebrachten Argumente mit der Grundlage der aristotelischen Methodik und Naturphilosophie bekanntzumachen. Da sich das Seminar vornehmlich an Anfänger richtet, wird ein Schwerpunkt auf die Auslegung, Rekonstruktion und Bewertung philosophischer Argumente gelegt. Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar sind Altgriechisch-Grundkenntnisse. Englisch-Lesekompetenzen, obwohl nicht verpflichtend, sind ebenfalls von Vorteil. 

Literatur: Text: Eine der zwei Ausgaben des altgriechischen Textes der Physik von W.D. Ross, Oxford (Eine von denen enthält auch Einführung und Kommentar).

nach oben

Ferro , Antonio , M.A.

Proseminar (zus. mit Dr. Anagnostopoulos, Andreas):

Aristoteles' "De Interpretatione" im altgriechischen Original

Di. 12:00 bis 14:00 c.t., 19.10.2010 - 08.02.2011, Schellingstr. 9 - 101

In diesem Seminar werden wir den Gesamttext von Aristoteles' De Interpretatione im altgriechischen Original sorgfältig durchlesen. In De Interpretatione findet sich eine allgemeine Analyse der Sprache. Im Seminar werden folgende Hauptfragen thematisiert: Wie unterscheiden sich onomata (die im einfachsten Fall als Satzgegenstand benutzt werden) und rhemata (die in der Regel eine prädikative Funktion haben)? Inwiefern kann dieser Unterschied als grammatikalisch betrachtet werden? Wie können Sätze, die wahr oder falsch sind, aus Bestandteile bestehen, die selbst keinen Wahrheitswert besitzen? Wie unterscheidet sich der Inhalt eines Satzes von der assertorischen Kraft-dem Behaupten oder Ablehnen des Inhalts? Besteht eine ausnahmlose Notwendigkeit, dass von jedem Paar kontradiktorischer und sinnvoller Aussagesätze, einer wahr sein muss? Warum so oder warum nicht? Eine Grundkenntnis des Altgriechischen wird vorausgesetzt. Englisch-Lesekompetenzen, obwohl nicht erforderlich, wären hilfreich beim gelegentlichen Nachschlagen der Sekundärliteratur.

Literatur: Text: Aristoteles Categoriae et Liber de Interpretatione (Griechischer Text) ed. Minio-Paluello, Oxford.

Empfohlene Sekundärliteratur:

C.W.A. Whitaker, Dialectic and Contradiction: Aristotle's De Interpretatione. Oxford.

J.L. Ackrill, Aristotle's Categories and De Interpretatione. Oxford.

Proseminar (zus. mit Dr. Anagnostopoulos, Andreas)

Lektüreübung zu Aristoteles "Physik I"

Mi. 08:00 bis 10:00 c.t., 20.10.2010 - 09.02.2011, Geschw.-Scholl-Pl. 1 (E) - E 210

Im ersten Buch seiner Physikvorlesung setzt sich Aristoteles daran, eine Theorie der „Prinzipien" derjenigen Seienden, die als Gegenstände der Naturwissenschaft gelten, aufzustellen. Hauptfragen des Seminars betreffen sowohl Aristoteles' Methodologie als auch den philosophischen Inhalt des Textes. Verwendet das erste Buch (und die Physik im Allgemeinen) die so genannte ‚dialektische' Methode, wie es öfters heißt? Inwiefern, wenn überhaupt, können die Untersuchung und die Methode des ersten Buches als empirisch betrachtet werden? Im Laufe des Buches übt Aristoteles eine teilweise bekannte, teilweise undurchsichtige, aber immer heftige Kritik an den Ansichten seiner Vorgänger, vor allem an Parmenides und Melissos. Wenn Aristoteles Recht hat, dass die eleatischen Thesen außer Acht zu lassen sind, wie soll dann eine Auseinandersetzung mit ihnen, derzufolge das Seiende „der Zahl nach eins und unveränderlich" (184b25-26) sei, dem Naturphilosoph überhaupt nützlich sein? Was meint Aristoteles, wenn er die Form, die Privation, und das 'Zugrundeliegende' drei 'Prinzipien' nennt? Besonders umstritten ist die Frage, warum das 'Zugrundeliegende', welches oft mit Materie (hyle) gleichgesetzt wird, als Prinzip postuliert werden muss, als auch die Frage, welche Rolle dieses Prinzip in einer Veränderung spielt. Hauptziel der Lektüreübung ist, die Studenten durch die Lektüre des griechischen Originaltextes und die sorgfältige Analyse der im ersten Buch vorgebrachten Argumente mit der Grundlage der aristotelischen Methodik und Naturphilosophie bekanntzumachen. Da sich das Seminar vornehmlich an Anfänger richtet, wird ein Schwerpunkt auf die Auslegung, Rekonstruktion und Bewertung philosophischer Argumente gelegt. Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar sind Altgriechisch-Grundkenntnisse. Englisch-Lesekompetenzen, obwohl nicht verpflichtend, sind ebenfalls von Vorteil. 

Literatur: Text: Eine der zwei Ausgaben des altgriechischen Textes der Physik von W.D. Ross, Oxford (Eine von denen enthält auch Einführung und Kommentar).

nach oben

Flügel, Katja, M.A.

Übung:

Altgriechisch für Philosophen

Di. 12:00 bis 14:00 c.t.,  19.10.2010 - 08.02.2011, Ludwigstr. 25 - D 4c

Das Seminar richtet sich an Studierende, die Interesse an Texten der griechischen Philosophiegeschichte haben, jedoch keine bzw. nur wenige Grundkenntnisse des Altgriechischen besitzen. Anhand ausgewählter Passagen aus den Texten der Vorsokratiker und Platons werden zentrale Phänomene der griechischen Sprache vorgestellt, um eine Grundlage für das Übersetzen kurzer Zitate aus dem Griechischen sowie die aktive Benutzung einer zweisprachigen Textausgabe zu schaffen. Darüber hinaus erfolgt eine Einführung in die grundlegenden Methoden und Besonderheiten des Arbeitens mit antiken Texten, wie z.B. die spezifischen Konventionen des Zitierens, den Umgang mit kritischen Textausgaben, Kommentaren und Übersetzungen sowie die Verwendung anderer wichtiger Hilfsmittel.