Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2012

Prof. Dr. George Karamanolis (Lehrvertretung Prof. Rapp)

Vorlesung

Geschichte der Philosophie I: Antike Kosmologie und Ontologie

Mi. 10:00 bis 12:00 c.t. woch 18.04.2012 bis 18.07.2012 Schellingstr. 3 (S) Vg. - 002

Inhalt

In der Vorlesung werden wir versuchen uns einen Überblick über die wichtigsten Theorien der antiken Kosmologie und Ontologie von den so genannten Vorsokratikern bis Plotin zu verschaffen. Die antike Philosophie fängt mit Theorien über die Welt (kosmos) an. Diese Theorien befassen sich mit den Fragen, wie die Welt entstanden ist und welche Wesen es in der Welt gibt, d.h. mit einer kosmologischen und einer ontologischen Frage, die sich aber nicht voneinander unterscheiden. Diese Fragestellung wird zunächst bei Platon in seinem Werk Timaios behandelt, in dem Gott, ein Intellekt, als der Schöpfer der Welt dargestellt wird. Auf diese Weise macht Platon deutlich, dass die Welt eine intelligible, vernünftige Struktur hat. Für Aristoteles aber ist die Natur selbst verantwortlich für die intelligible Organisation der Welt, und Gott garantiert die Rolle der Natur, er greift aber nicht ein. Die Theorien der hellenistichen Philosophen, der Stoiker und der Epikureer, sind sehr von den Vorsokratikern wie Heraklit und Demokrit beeinflusst. Das Thema der Weltentstehung ist in der Spätantike besonders wichtig geworden, da die Neoplatoniker und die christlichen Philosophen mit Bezug auf diesem Thema die Rolle des Gottes in der Welt diskutieren.

Empfohlene Literatur zur Einführung: D. Sedley, Creationism and its Critics in Antiquity, Cambridge 2007

Leistungsnachweis : Klausur am Ende der Vorlesung

 

Seminar / Lektürekurs

Plotin

Mo. 10:00 bis 12:00 c.t. woch 16.04.2012 bis 16.07.2012 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (M) - M 209

Inhalt

Plotin (204-270 n.Chr.) war ein Platoniker, dessen Ziel hauptsächlich war, die Philosophie Platons genau zu interpretieren und zu verteidigen. Trotzdem ist Plotins Philosophie nicht nur eine einfache Auslegung Platons, sondern eine neue Synthese, die sich auch mit der Aristotelischen und der Stoischen Philosophie auseinandersetzt. In diesem Lektürekurs werden wir Auszüge aus Plotins Enneaden lesen und analysieren. Wir werden uns besonders mit Texten zu Fragen des Status und der Aktivität der Seele im Körper beschäftigen, in denen Plotin die Problematik von Platons Phaidros und Phaedon fortsetzt. Es wird versucht zu sehen, wie sich Plotin zu Platons Behandlungen verhält.

Texte werden zu Semesterbeginn zur Verfügung gestellt.

Weitere Literatur:

a) Texte und Übersetzung: P. Henry-H. Schwyzer, Plotini Opera, Oxford 1964-1982, R. Harder, W. Theiler, R. Beutler (Hs.), Plotins Schriften, Hamburg 1956-1971

b) Zur Einführung: J. Halfwassen, Plotin und der Neuplatonismus, München 2004, D. O'Meara, Plotinus. An Introduction to the Enneads, Oxford 1993, L. Gerson, Plotinus, London/N.York 2004.

Voraussetzungen : Es ist wünschenswert, dass sich die Studierenden bereits mit der Philosophie Platons beschäftigt haben.

Leistungsnachweis - Wenn die Veranstaltung als BA-Seminar (6 ECTS-Punkte) besucht wird: BA-Hauptfach (PStO von 2010): Hausarbeit oder Referat+Protokoll (je nach Vorgabe des Dozenten); BA-Nebenfach (PStO von 2010): Hausarbeit

- Wenn die Veranstaltung als Lektürekurs "Geschichte der Philosophie I" (3 ECTS-Punkte, PStO 2010) im BA-HF oder -NF besucht wird: Referat oder Protokoll oder Klausur (je nach Vorgabe des Dozenten)

- Magisterstudium/Erasmusstudierende/Lehramt...: je nach Vorgabe des Dozenten

 

Seminar

Antike Ethik

Di. 12:00 bis 14:00 c.t. woch 17.04.2012 bis 17.07.2012 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (M) - M 209

Inhalt

Kommentar Das Seminar wird die antiken ethischen Theorien vorstellen und untersuchen. Die Philosophie in der Antike war nicht eine Fachdisziplin, wie heutzutage, sondern eine Führung in das erfolgreiche Leben, die Glückseligkeit. Deshalb ist die Ethik von hervorrangender Bedeutung. In der hellenistichen Zeit (3.-1. Jh. v. Chr.) ist die Philosophie als Kunst des Lebens (ars vitae/technê biou) konzipiert. Ein interessantes Merkmal der Antiken Ethik ist ihre starke Anknüpfung an metaphysische, psychologische und epistemologische Themen. Der Grund dafür ist, dass es für die Philosophen in der Antike wichtig war zu zeigen, wie ihre Ethik auf die Natur des Menschen oder der Welt gegründet war. Im Kurs werden wir Texte von allen wichtigen antiken Philosophen lesen und erörtern, besonders von Platon, Aristoteles und den Stoikern.

Literatur : Literatur wird zu Semesterbeginn zur Verfügung gestellt.

Weitere empfohlene Literatur:

G. Vlastos, Socrates, Ironist and Moral Philosopher, Ithaca 1991,

T. Irwin, Plato's Ethics. Oxford 1995,

M. Pakaluk, Aristotle's Nicomachean Ethics. An Introduction, Cambridge 2005,

J. Annas, The Morality of Happiness, Oxford 1993.

Voraussetzungen : Die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats ist Voraussetzung für die Teilnahme.

Leistungsnachweis - BA-Hauptfach (PStO von 2010): Hausarbeit oder Referat+Protokoll (je nach Vorgabe des Dozenten); BA-Nebenfach (PStO von 2010): Hausarbeit

- Magisterstudium/Erasmusstudierende/Lehramt...: je nach Vorgabe des Dozenten

Hauptseminar

Platon, Timaios

Mo. 14:00 bis 17:00 c.t. woch 16.04.2012 bis 16.07.2012 Richard-Wagner-Str. 10 - 106

Inhalt

Kommentar Platons Dialog Timaios ist ein Meisterwerk und hat die Philosophie bis zur Zeit der Renaissance stark beeinflusst. Der Dialog befasst sich mit der Entstehung der Welt durch Chaos. Die Hauptfigur des Dialogs erzählt einen Schöpfungsmythos. Nach diesem Mythos ist Gott, ein Intellekt, der Schöpfer der Welt. Gott ahmt die ewigen Modelle der Ideen in der Schöpfung der Welt nach. Das Produkt der Schöpfung ist die Welt, die von Rationalität und Intelligibilität gekennzeichnet ist. Ein Teil der Schöpfung der ganzen Welt ist auch die Schöpfung der Seele und des Körpers des Menschen, und es wird erklärt, wie die menschlichen Organe funktionieren. Wir werden den Timaios lesen und ihn mit Hilfe der Sekundärliteratur und der antiken Interpreter analysieren.

Text: Platon, Timaios (Griechisch-Deutsch; Übersetzung von Paulsen und Rehn), Reclam 2003.

Weitere empfohlene Literatur:

a) Text: I. Burnet, Platonis Opera, vol. IV, Oxford 1902

b) Sekundärliteratur: A. Taylor, A Commentary on Plato's Timaeus, Oxford 1928, F. Cornford, Plato's Cosmology, London 1956, W. Mensch, "Naturphilosophie", im C. Horn, J. Müller, J. Söder  (Hrsg.), Platon Handbuch, Stuttgart 2009, 217-224.

Voraussetzungen : Die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats ist Vorausetzung für die Teilnahme.

 

 


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