Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2011

Prof.Dr. Pieter Sjoerd Hasper

Seminar: Antike Ontologie

Mo. 10:00 bis 12:00 c.t., 02.05.2011 bis 25.07.2011,  Geschw.-Scholl-Pl. 1 (A) - A U115

In diesem Essaykurs werden wir die wichtigsten Ideen und Begriffe aus der antiken Ontologie diskutieren und die Argumente in den Originaltexten lesen, in denen diese Ideen und Begriffe anzutreffen sind. Wir fangen an mit den ontologischen Ansätzen in der vorsokratischen Philosophie, worin es eine große Vielfalt von ontologischen Prinzipien gibt, wie Stoffe, Individuen und Vermögen, in nicht immer klaren Verhältnissen. Den ontologischen Status von allgemeinen Begriffen (Universalien) und Substanzen und das Verhältnis zwischen ihnen werden wir studieren bei den großen Philosophen Platon und Aristoteles. Zum Schluß werden wir die mehr materialistischen Ontologien von Epikur und des Stoizismus erforschen, auch in Bezug auf die Theorien von Platon und Aristoteles.

Literatur:

G.S. Kirk, J.E. Raven & M. Schofield (Hg.), Die vorsokratischen Philosophen. Einführung, Texte und Kommentare [übersetzt von K. Hülser] (Stuttgart und Weimar, 1994) ; A.A. Long & D.N. Sedley (Hg.), Die hellenistischen Philosophen. Texte und Kommentare [übersetzt von K. Hülser] (Stuttgart und Weimar, 1999); T. Irwin & G. Fine (transl.), Aristotle: Selections (Indianapolis, 1995); Weitere Primär- und Sekundärliteratur wird am Anfang verfügbar gestellt

 

Übung: Aristoteles über Trug- und Fehlschlüsse (Die sophistischen Widerlegungen)

Mo. 12:00 bis 14:00 c.t., 02.05.2011 bis 25.07.2011, Geschw.-Scholl-Pl. 1 (A) - A 022

"Ich passe in meine Jacke hinein, meine Jacke passt in meine Tasche hinein, also ich passe in meine Tasche hinein." Oder: "Der Hund da ist Vater, der Hund da ist auch meiner, also der Hund da ist mein Vater." Da stimmt etwas nicht, und was nicht stimmt, wird studiert in der Theorie der Trug- und Fehlschlüsse. Die älteste Schrift zu diesem Thema, und grundlegend für fast alles was darüber bis zum Ende des 20. Jahrhunderts geschrieben worden ist, ist Aristoteles' Sophistische Widerlegungen. Wir werden das ganze Werk lesen und versuchen, klar zu werden über den logischen und philosophischen Rahmen, in dem Aristoteles seine Theorie formuliert. Gelegentlich werden wir Aristoteles' Theorie vergleichen mit Auffassungen aus der gegenwärtigen Trug- und Fehlschlusstheorie, wie sie formuliert wird in der Dialektik und informeller Logik.

Literatur:

Eine Übersetzung wird am Anfang des Kurses verfügbar gestellt.

Bemerkung:

Restplätze können von Magister-Studierenden eingenommen werden!

 

Seminar: Freundschaft in der antiken Philosophie

Di. 14:00 bis 16:00 c.t., 03.05.2011 bis 26.07.2011, Ludwigstr. 31 - 021

In der antiken Philosophie wird oft Glück, wonach der Mensch strebt in seinen Handlungen, verstanden im Sinne eines Zustandes oder einer Art Funktionieren des Individuums. Wenn das das Gute, wonach man strebt, ist, welche Rolle hat Freundschaft dann im guten Leben? Wie kann in einem solchen Rahmen ein anderer Mensch wertvoll sein ohne nur zum Instrument für das eigene Glück zu werden? Wir werden die Betrachtungen und Theorien in Bezug auf diese Fragen von Platon (im Dialog Lysis), Aristoteles (in der Nikomachischen Ethik 8-9) und in der hellenistischen Philosophie lesen und diskutieren.

Literatur:

A.A. Long & D.N. Sedley (Hg.), Die hellenistischen Philosophen. Texte und Kommentare [übersetzt von K. Hülser] (Stuttgart und Weimar, 1999); S. Broadie und C. Rowe (Einf. und Übers.), Aristotle: Nicomachean Ethics (Oxford, 2002); Weitere Primär- und Sekundärliteratur wird am Anfang verfügbar gestellt.

Bemerkung:

Restplätze können von Magister-Studierenden eingenommen werden!

 

Hauptseminar: Unendlichkeit und unendliche Teilbarkeit: ein Thema aus dem Verhältnis zwischen Naturphilosophie und Mathematik in der antiken Philosophie

Do. 14:00 bis 17:00 c.t.,05.05.2011 bis 28.07.2011 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (E) - E 341

Unendlichkeit und Unendliche Teilbarkeit (Kontinuität) sind, seitdem Zenon seine Paradoxien formulierte, wichtige Themen in der antiken Philosophie, wie auch in der Philosophie im Allgemeinen. Gibt es Unendlichkeit in der Wirklichkeit? Kann man Unendlichkeit mathematisch „bewältigen"? Ist es möglich eine mathematische Linie bis ins Unendliche aufzuteilen? Wenn ja, besteht sie dann aus dimensionslosen Punkten - wie wäre das denn möglich? Ist es möglich etwas Physisches, wie ein Stein oder eine Bewegung, bis ins Unendliche zu teilen?  Zenon benutzte Probleme mit unendlicher Teilbarkeit um zu zeigen, dass Teilbarkeit überhaupt ein Problem sei.  Wir werden seine Paradoxien analysieren, und danach die Betrachtungen und Theorien von Demokrit, Aristoteles und den Stoiker zu diesen Themen lesen und erforschen. Weil diese Probleme zu gleicher Zeit zur Physik und zur Mathematik gehören, werden wir auf diese Weise auch mehr lernen über das Verhältnis zwischen Physik und Mathematik in der antiken Philosophie.

Literatur:

Primärtexte, sowie die Sekundärliteratur, werden am Anfang zur Verfügung gestellt. Die stoischen Fragmente kann man lesen in:  A.A. Long & D.N. Sedley (Hg.), Die hellenistischen Philosophen. Texte und Kommentare [übersetzt von K. Hülser] (Stuttgart und Weimar, 1999); Wenn man etwas zur Einführung lesen möchte: noch immer das beste Buch zum Thema ist: M.J. White, The Continuous and the Discrete. Ancient Physical Theories from a Contemporary Perspective (Oxford, 1992);Im Seminar werden wir aber andere Aufsätze lesen.