Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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Lehrveranstaltungen WS 2013/2014

Seminar

Einführung in die Philosophie der Musik
Veranstaltungsnummer 10000

Fr. 10:00 bis 12:00 c.t. woch 18.10.2013 bis 07.02.2014 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (M) - M 209

Kommentar: Philosophisch gesehen ist die Musik ein faszinierendes, aber auch eigenartiges und schwer zu fassendes Phänomen. Wenn wir zum Beispiel – wie es lange Zeit üblich gewesen ist – davon ausgehen, dass Kunst im Wesentlichen eine Form der ‚Nachahmung‘ oder ‚Darstellung‘ ist: Was genau wird dann eigentlich durch die Musik nachgeahmt? Und wie wird es dargestellt? Bildet die Musik etwas ab? Erzählt sie etwas? Oder ist sie eher ein Symbolsystem, eine Art Sprache? Aber wovon spricht diese? Oder ist es generell falsch, die Musik als Darstellung aufzufassen, und sollte man sie nicht eher als eine Art ‚Form ohne Inhalt‘ bestimmen? Auch wenn jede dieser Antworten etwas Richtiges zu treffen scheint (und jede zu einer bestimmten Art von Musik besonders gut passt), dürfte keine davon restlos überzeugen.

Nicht viel besser geht es uns mit dem Begriff des musikalischen Kunstwerks. Ist dieses identisch mit der autographen Partitur? Dann käme ein Verlust des Autographs einem Verlust des Werkes gleich; und eine Abschrift der Partitur wäre nichts anderes als eine Fälschung. Wenn das Werk aber eher in dessen Aufführungen besteht, wie sollen wir dann mit den unvermeidlichen Unterschieden zwischen diesen Aufführungen umgehen?

Auch das Thema Musik und Emotion ist komplex. Zwar scheint es klar zu sein, dass Musik Emotionen nicht nur auslösen, sondern auch irgendwie darstellen kann – wer aber ist Träger dieser Emotionen? Was heißt es überhaupt, eine Emotion ‚darzustellen‘? Und wie kommt es, dass absolute, unbegriffliche Musik ohne die Unterstützung eines Textes sehr konkrete Emotionen in uns auslöst?

Es sind Fragen wie diese, die uns in unserem Seminar zur Philosophie der Musik beschäftigen werden. Anhand einer Lektüre ausgewählter Texte soll eine erste Einführung in zentrale Thesen und Argumente dieses Bereichs geboten werden. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Teilnehmenden sollten aber die Bereitschaft mitbringen, sich sowohl mit philosophischen Argumenten als auch mit Musik zu befassen.

Literatur: Textgrundlage: Reader. Eine Liste der relevanten Sekundärliteratur wird zu Beginn des Semesters ausgegeben. Eine nützliche Einführung in systematische Fragen bietet: P. Kivy, Introduction to a Philosophy of Music, Oxford 2002.

Voraussetzungen: Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Musik

Leistungsnachweis: Hausarbeit ODER (Referat+Ausarbeitung; statt der Ausarbeitung kann auch ein Ergebnisprotokoll angefertigt werden), je nach Vorgabe des Dozierenden [6 CP]

 

Lektürekurs

Cicero: Ausschnitte aus De finibus und De officiis
Veranstaltungsnummer 10003

Do. 16:00 bis 18:00 c.t. woch 17.10.2013 bis 06.02.2014 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (M) - M 203

Kommentar: In seinen philosophischen Schriften (verfasst zwischen 45 und 43 v. Chr.) geht es Marcus Tullius Cicero nicht darum, eine eigenständige systematische Position zu entwickeln. Sein Ziel ist vielmehr, die Auffassungen der wichtigsten philosophischen Strömungen seiner Zeit vorzustellen und sie zu kritisieren, um so – gegliedert nach Sachthemen – eine Gesamtdarstellung der griechischen Philosophie in lateinischer Sprache vorzulegen. Ciceros Werk eignet sich daher besonders gut als Einführung in Aspekte der antiken Philosophie.

In unserem Lektürekurs werden wir uns zwei Werke Ciceros etwas näher ansehen, um dadurch einen (ersten) Einblick in die antike, insbesondere die hellenistische Ethik zu erhalten: den Dialog De finibus bonorum et malorum, in dem es um nichts weniger als die Frage geht, an welchem obersten Ziel wir unser Leben ausrichten sollten, und die Abhandlung De officiis, die die Frage behandelt, wie wir uns in konkreten Situationen verhalten sollten, um nicht nur das Ehrenhafte (honestum), sondern auch das Nützliche (utile) zu verwirklichen.

In einer Lektüre ausgewählter Passagen werden wir zum einen versuchen, die wichtigsten Thesen und Argumente der beiden Texte zu verstehen, zum anderen ganz allgemein den Umgang mit philosophischen Texten üben.

Literatur: Textgrundlage sind die zweisprachigen Ausgaben von De finibus und De officiis, die bei Reclam erschienen sind. Lateinkenntnisse sind nicht erforderlich.

Leistungsnachweis: 1 Essay

Fortgeschrittenenseminar

Antike Moralpsychologie
Veranstaltungsnummer 10100

Kommentar: Untersuchungen im Bereich der Ethik führen zwangsläufig auf Fragen der Moralpsychologie. Und dies aus durchaus unterschiedlichen Gründen. So sollte zum Beispiel (1) sichergestellt sein, dass die Moral keine Forderungen an uns stellt, die wir psychologisch gesehen gar nicht erfüllen können. Unsere moralische Urteilspraxis ist zudem (2) oft mit impliziten psychologischen Annahmen verbunden (etwa zur Freiwilligkeit und Zurechenbarkeit von Handlungen), die explizit zu machen sind. Außerdem wird (3) die Frage, was moralisch richtig ist, nicht selten mit Hilfe psychologischer Begriffe beantwortet (etwa wenn behauptet wird, dass eine moralisch richtige Handlung aus einer bestimmten Motivation heraus erfolgen muss). Psychologische Fragen sind nicht zuletzt relevant (4) für den Bereich der Moralerziehung (wo es zum Beispiel um den Erwerb von Tugenden geht). Und insgesamt sollte (5) unsere ethische Theorie in eine angemessene psychologische Theorie eingebettet sein; schließlich sind auch moralische Handlungen Handlungen und auch Tugenden sind Charaktereigenschaften.

Themen wie diese beschäftigen auch die antike Ethik seit ihren Anfängen bei Sokrates. In unserem Seminar werden wir versuchen, uns einen Überblick über die wichtigsten Fragen, Positionen und Argumente der antiken Moralpsychologie zu verschaffen. Dabei werden uns unter anderem begegnen: Sokrates‘ Thesen, dass Tugend Wissen ist und niemand freiwillig das Schlechte tut; Platons Lehre von den Seelenteilen und seine Konzeption einer Idee des Guten; Aristoteles‘ Zweiteilung der Tugenden, seine Theorie der phronêsis und seine Bemerkungen zur Freiwilligkeit und Zurechenbarkeit; sowie die Stoische Auffassung des richtigen Handelns in einer universell determinierten Welt.

Literatur: Textgrundlage: Reader.

Voraussetzungen: Bereitschaft zur Lektüre englischer Texte

Griechischkenntnisse sind hilfreich, aber keine Bedingung.

Leistungsnachweis: Hausarbeit ODER (Referat+Protokoll/Ausarbeitung), je nach Vorgabe der/des Dozierenden

 

 

 

 

 

 

 


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