Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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Lehrveranstaltungen Wintersemester 2015/2016

Lektürekurs

Platons Gorgias

Mi. 14:00 bis 16:00 c.t. woch 14.10.2015 bis 03.02.2016 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (D) - D Z003

Achtung: Überschneidet sich mit der Logik-Vorlesung, nicht für Personen als Belegoption geeignet, die letztere im WiSe 2015/16 besuchen wollen!
Kommentar: Unter den frühen Dialogen Platons ist Gorgias der umfangreichste und vielseitigste. Ausgehend von der Frage nach Wesen und Wert der Rhetorik, bietet dieser Dialog letztlich eine Einführung in Platons frühe Ethik. Dabei kommt eine Reihe grundlegender Zusammenhänge zur Sprache, wie etwa (1.) zwischen Wissen und Handeln (Ist es möglich, zu wissen, was richtig ist, und trotzdem das Falsche zu tun?), (2.) zwischen Tugend und Glück (Kann ein schlechter Mensch ein gutes Leben führen?), (3.) zwischen Natur und Konvention (Beruhen Regeln der Gerechtigkeit lediglich auf einer Vereinbarung oder können sie objektive Gültigkeit beanspruchen?). Zudem erfahren wir einiges über die Frage nach der richtigen Methode philosophischer Auseinandersetzung. Auch wenn viele Thesen und Argumente des Gorgias paradox erscheinen und schwer nachzuvollziehen sind, wirft der Dialog Fragen auf, die die Moralphilosophie bis heute beschäftigen.

Ziel des Kurses ist, den Gorgias durch ein close reading so gut wie möglich zu verstehen und einige dieser Fragen zu beleuchten.
Literatur: Als Textgrundlage dient die deutsche Übersetzung von Friedrich Schleiermacher, die in unterschiedlichen Bearbeitungen und Ausgaben zugänglich ist. Weitere Literatur wird zu Beginn des Semesters genannt.
Anmeldung: Muss zwischen dem 21.9. und dem 06.10.2015 über das LSF-System priorisiert belegt werden.

 

Fortgeschrittenenseminar und Essaykurs

Utilitarismus

Do. 10:00 bis 12:00 c.t. woch 15.10.2015 bis 04.02.2016 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (E) - E 210

Der Utilitarismus ist einer der einflussreichsten und zugleich umstrittensten Ansätze der normativen Ethik. Grob vereinfacht vertritt er die These, dass die moralische Beurteilung einer Handlung sich (1.) ausschließlich an deren Folgen orientieren sollte und dass wir (2.) diejenige Handlung wählen sollten, die für die größtmögliche Zahl an Betroffenen das größtmögliche Glück bewirkt. (Unterschiedliche Varianten des Utilitarismus stehen für unterschiedliche Ausprägungen dieser These.)

Dass dieser Ansatz, intuitiv gesehen, einiges für sich hat, liegt auf der Hand. Denn tatsächlich richten wir uns in unseren Entscheidungen häufig danach, welche Handlungsoption die besten Konsequenzen nach sich zieht; und es scheint zu unserem alltäglichen Begriff der Moral zu gehören, dass wir etwas 'für die anderen' tun. Genauso leicht ist aber zu sehen, dass das utilitaristische Prinzip zu problematischen Ergebnissen führen kann, wenn es etwa fordert, einige wenige für das Glück der größten Zahl zu 'opfern'.

In unserem Seminar werden wir uns zunächst mit einigen grundlegenden Unterscheidungen und Argumenten utilitaristischer Ethiken vertraut machen. Auf dieser Basis werden wir dann das kurze, aber vielzitierte - und erhellende - Buch Utilitarianism for and against (1973) lesen, in dem J.J.C. Smart eine Verteidigung und Bernard Williams eine Kritik des Utilitarismus formuliert. Am Ende des Semesters sollten wir in der Lage sein, die zentralen Argumente der entsprechenden Debatten wiederzugeben und zu beurteilen.

Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zur Lektüre englischer Texte.
Literatur: Textgrundlage: J.J.C. Smart und Bernard Williams: Utilitarianism for and against, CUP 1973. (Weitere, einführende Texte werden online zur Verfügung gestellt.)
Leistungsnachweis:

- wenn die Veranstaltung als Essaykurs belegt wird: 4 Essays [9 ECTS-Punkte] - nur für BA-Philosophie-Hauptfächler/innen und Philosophie-Masterstudierende. In dem Fall wird eine zusätzliche Übungsstunde (1 SWS) zur Besprechung der Essays n. V. angeboten.

- wenn die Veranstaltung als Fortgeschrittenenseminar belegt wird: Hausarbeit ODER (Referat+Protokoll/Ausarbeitung), je nach Vorgabe der/des Dozierenden [9 ECTS-Punkte]
Anmeldung: Eine LSF-Belegung oder sonstige Voranmeldung ist nicht erforderlich.

 

Seminar und Lektürekurs

Gerechtigkeit bei Aristoteles und Rawls

Di. 14:00 bis 16:00 c.t. woch 13.10.2015 bis 02.02.2016 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (B) - B 011

Die Gerechtigkeit gehört zu den ältesten und nach wie vor wichtigsten Themen der philosophischen Ethik (bzw. der politischen Philosophie). In unserem Seminar werden wir uns zwei sehr einflussreiche Behandlungen dieses Themas etwas näher ansehen: (1.) die des Aristoteles (384-322 v. Chr.), nach der Gerechtigkeit eine Tugend ist, die dazu führt, dass wir andere nicht übervorteilen, (2.) die von John Rawls (1921-2002), nach der Gerechtigkeit primär die Zuweisung von Rechten und Pflichten sowie die Verteilung von Gütern in einer idealen Gesellschaft betrifft.

Das Seminar soll nicht nur dazu dienen, diese beiden Konzeptionen der Gerechtigkeit genauer kennenzulernen und sie miteinander vergleichen. Es soll auch eine Einführung in einige grundlegende Argumentationsstrategien der philosophischen Ethik (der politischen Philosophie) bieten. In diesem Sinn ist es durchaus auch für Anfänger geeignet.
Literatur: Textgrundlage: Reader
Anmeldung: Muss zwischen dem 21.9. und dem 06.10.2015 über das LSF-System priorisiert belegt werden.

 

 


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