Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2016

Fortgeschrittenenseminar und Essaykurs

Moralischer Partikularismus

Di. 10:00 bis 12:00 c.t. woch 12.04.2016 bis 12.07.2016 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (E) - E 206

Der moralische Partikularismus geht davon aus, dass Prinzipien (z.B. das Prinzip „Du sollst nicht lügen!“) keine zentrale Rolle in unserem moralischen Denken spielen – und dies auch nicht sollten. Auf den ersten Blick scheint diese Position ausgesprochen kontraintuitiv. Geht es in der Ethik nicht vor allem darum, begründete Prinzipien zu entwickeln, an denen wir uns in unserem Handeln orientieren können? Und würden wir einer Person, die die Orientierung an solchen Prinzipien ablehnt, nicht zutiefst misstrauen? Auf den zweiten Blick erscheint es aber äußerst schwierig, ein Prinzip zu benennen, das tatsächlich ausnahmslos gültig ist; und je mehr Ausnahmen uns einfallen (je mehr Fälle, in denen z.B. zu lügen erlaubt oder vielleicht sogar geboten ist), desto mehr drängt sich die Frage auf, welchen Sinn das Prinzip dann überhaupt noch macht.

In unserem Seminar werden wir das wohl einflussreichste Buch zum moralischen Partikularismus lesen: Jonathan Dancys Ethics Without Principles (2004). Dabei wird es uns nicht nur darum gehen, das Für und Wider partikularistischer Ansäte zu erörtern. Wir werden uns auch eingehend mit der Theorie der Handlungsgründe befassen, die Dancys Ansatz zugrunde liegt.
Literatur: Textgrundlage: Jonathan Dancy, Ethics Without Principles, OUP: Oxford 2004 (zur Anschaffung empfohlen). Weitere Literatur wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.
Leistungsnachweis:

- wenn die Veranstaltung als Essaykurs belegt wird: 4 Essays [9 ECTS-Punkte] - nur für BA-Philosophie-Hauptfächler/innen und Philosophie-Masterstudierende. In dem Fall wird eine zusätzliche Übungsstunde (1 SWS) zur Besprechung der Essays n. V. angeboten.
- wenn die Veranstaltung als Fortgeschrittenenseminar belegt wird: Hausarbeit oder (Referat+Protokoll/Ausarbeitung) [9 ECTS-Punkte]
Anmeldung: Eine LSF-Belegung oder sonstige Voranmeldung ist nicht erforderlich

 

Seminar und Lektürekurs

Platon: Staat

Do. 10:00 bis 12:00 c.t. woch 14.04.2016 bis 14.07.2016 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (M) - M 209

Die Politeia (der Staat) gilt gemeinhin als Hauptwerk Platons. Ausgehend von der einfachen Frage, was Gerechtigkeit sei, entfaltet Platon hier eine umfassende Darstellung seiner Philosophie und berührt dabei Fragen der Ethik und Moralpsychologie ebenso wie solche der Metaphysik und Epistemologie, der politischen Philosophie, Ästhetik und Pädagogik. Indem wir den Dialog lesen und diskutieren, werden wir nicht nur eine Einführung in die Philosophie des (mittleren) Platon erhalten, sondern auch einige der wichtigsten Themen und Kontroversen der antiken Philosophie kennenlernen.
Literatur: Textgrundlage: Wir werden uns an der Übersetzung von Friedrich Schleiermacher orientieren, die (überarbeitet) in vielen Ausgaben greifbar ist. Weitere Literatur wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.
Leistungsnachweis:

BA-Haupt- und Nebenfach Philosophie: Hausarbeit ODER (Referat+Ausarbeitung) ODER (Referat+Ergebnisprotokoll); je nach Vorgabe der/s Dozierenden

nur, wenn der Kurs innerhalb des WP 6 im BA-Nebenfach Philosophie belegt wird: Referat ODER Protokoll ODER Essay; je nach Vorgabe der/s Dozierenden

Anmeldung: Muss zwischen dem 29.03. und dem 04.04.2016 über das LSF-System priorisiert belegt werden.

Fortgeschrittenenseminar

Alexander von Aphrodisias: De fato

Mi. 14:00 bis 16:00 c.t. woch 13.04.2016 bis 13.07.2016 Kaulbachstr. 45 - 004

Die Frage, ob und wie uns in einer kausal determinierten Welt Verantwortung für unser Handeln zugesprochen werden kann, gehört zu den wichtigsten, interessantesten und ältesten Themen der Philosophie. Die Schrift De fato des Aristoteles-Kommentators Alexander von Aphrodisias (um 200 n.Chr.) bietet die wohl umfassendste Auseinandersetzung mit diesem Thema, die uns aus der Antike überliefert ist. In dieser Schrift argumentiert Alexander aus aristotelischer Perspektive gegen den Determinismus und Kompatibilismus der Stoa.

In unserem Seminar werden wir den nicht immer einfachen Text von De fato gründlich lesen und diskutieren. Außerdem werden wir versuchen, die Stoische Position (für die De fato eine wichtige Quelle darstellt) zu rekonstruieren und den aristotelischen Anleihen in Alexanders Argument nachzugehen. Nicht zuletzt wollen wir De fato zu den modernen Debatten um Freiheit und Determinismus in Beziehung setzen.
Literatur:

Textgrundlage: Wir lesen die englische Übersetzung von R.W. Sharples: Alexander of Aphrodisias On Fate: Text, translation and commentary, Duckworth: London 1983 (zur Anschaffung empfohlen).

Weitere Literatur wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.
Voraussetzungen: Griechischkenntnisse sind hilfreich, aber nicht Bedingung.
Leistungsnachweis: Hausarbeit ODER (Referat+Protokoll/Ausarbeitung), je nach Vorgabe der/des Dozierenden [9 ECTS-Punkte]
Anmeldung: Eine LSF-Belegung oder sonstige Voranmeldung ist nicht erforderlich

 

 


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