Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2013

Seminar und Lektürekurs: Platon: Frühe Dialoge

Veranstaltungsnummer 10037

Di. 16:00 bis 18:00 c.t. woch 16.04.2013 bis 16.07.2013 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (E) - E 206

Platons Dialoge faszinieren und irritieren gleichermaßen. Gelingt es Platon auf der einen Seite, „literarische Kunstwerke zu schaffen, die Philosophie nicht abstrakt bestimmen, sondern ihren Protagonisten Sokrates Philosophie vorführen lassen“ (M. Erler), und benennt er in seinen (frühen) Dialogen grundlegende Fragen der philosophischen Ethik, wirken auf der anderen Seite bestimmte Eigenschaften dieser Dialoge ausgesprochen verwirrend. Zu diesen Eigenschaften gehören z.B. die Ergebnisoffenheit, der Rückgriff auf offenkundig problematische Argumente, das Auslassen wichtiger Thesen sowie – nicht zuletzt – die Tatsache, dass Platon überhaupt Dialoge geschrieben hat, anstatt seine Philosophie in Form philosophischer Abhandlungen zu präsentieren.

Im Zentrum des Seminars werden die Apologie des Sokrates sowie die Dialoge Laches, Charmides und Euthyphron stehen, die sich mit den Begriffen Tapferkeit, Besonnenheit und Frömmigkeit befassen. Durch eine genaue Lektüre dieser Texte soll eine Einführung in die Philosophie des (frühen) Platon gegeben werden, wobei wir uns mit deren faszierenden Aspekten ebenso befassen wie mit den problematischen.

Textgrundlage ist die deutsche Platon-Übersetzung von Friedrich Schleiermacher, die in verschiedenen Ausgaben / Bearbeitungen erhältlich ist. Eine Liste mit Sekundärliteratur wird zu Beginn des Semesters ausgegeben. Griechischkenntnisse sind nicht erforderlich.

 

Fortgeschrittenenseminar und Essaykurs: Moral Relativism and Moral Objectivity

Veranstaltungsnummer 10094

Do. 10:00 bis 12:00 c.t. woch 18.04.2013 bis 18.07.2013 Amalienstr. 73A - 114

Gibt es moralische Tatsachen? Auf den ersten Blick scheint einiges dafür zu sprechen. Schließlich gehen wir in unserer Alltagspraxis oft davon aus, dass man in Bezug auf die Moral richtig oder falsch liegen kann, dass es wahre und falsche moralische Urteile gibt. (Das Urteil ‚Babies dürfen nicht gefoltert werden‘ scheint ganz einfach wahr zu sein.) Und die ‚naheliegendste‘ Weise, auf die Urteile wahr oder falsch sein können, ist eben die, dass sie den Tatsachen entsprechen bzw. nicht entsprechen. Andererseits: Wenn es moralische Tatsachen gibt, weshalb ist es dann so schwierig, Einigkeit über moralische Fragen zu erzielen? Und weshalb bestehen zwischen den moralischen Überzeugungen unterschiedlicher Epochen und Kulturen so große Unterschiede, z.B. in Bezug auf die Beurteilung der Sklaverei? Blickt man auf dieser Perspektive auf die Sache, scheint es viel angemessener, Moral nicht für etwas Objektives zu halten, sondern für etwas, das nur innerhalb eines bestimmten Bezugsrahmens Gültigkeit hat.

Im unserem Seminar werden wir das 1996 erschienene Buch Moral Relativism and Moral Objectivity lesen, in dem Gilbert Harman und Judith Jarvis Thomson ihre Theorien des moralischen Relativismus und der moralischen Objektivität einander gegenüberstellen und wechselseitig kritisieren. Auf diese Weise soll ein Einblick in eine der wichtigsten und interessantesten Fragen der gegenwärtigen Metaethik gewonnen werden.

Textgrundlage:

G. Harman und J.J. Thomson: Moral Relativism and Moral Objectivity, Oxford 1996 (zur Anschaffung empfohlen). Weitere Literatur wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.

Voraussetzungen:

Lektüre englischer Texte

Leistungsnachweis:

Es besteht für BA-Philosophie-Hauptfächler/innen und Philosophie-Masterstudierende die Möglichkeit, im Rahmen dieses Kurses 4 Essays anzufertigen

 

 

 

 


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