Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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Lehrveranstaltungen Wintersemester 2017/2018

Seminar und Lektürekurs

Mills Utilitarismus

Fr. 10:00 bis 12:00 c.t. woch 20.10.2017 bis 09.02.2018 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (D) - D Z005

 John Stuart Mills Utilitarianism (11861) ist eine der einflussreichsten Schriften nicht nur der utilitaristischen Ethik, sondern der Moralphilosophe überhaupt. Auf nicht einmal hundert Seiten entwickelt Mill hier seine Version des Prinzips, dass eine Handlung genau dann moralisch richtig ist, wenn sie die besten Konsequenzen für das Glück der betroffenen Personen hat. In einer genauen – und kritischen – Lektüre des Buches werden wir die einzelnen Aspekte von Mills Position kennenlernen, so z.B. den Konsequentialismus (nach dem sich der moralische Wert einer Handlung allein an deren Folgen bemisst), die hedonistische (d.h. an der Lust orientierte) Konzeption des Glücks, die Psychologie der „inneren Sanktionen“, das hoch umstrittene Argument für das utilitaristische Prinzip sowie Mills Auffassung über den Zusammenhang von Nutzen und Gerechtigkeit. Wir werden mögliche Einwände gegen den Utilitarismus diskutieren und uns weitere Spielarten dieser Position ansehen. Außerdem werden wir immer wieder einen Vergleich mit anderen Formen der normativen Ethik, wie etwa deontologischen oder tugendethischen Ansätzen, vornehmen und so einige Grundfragen der Moralphilosophie kennenlernen.

Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zur Lektüre englischer Texte.

Textgrundlage ist die bei Reclam erschienene englisch-deutsche Ausgabe von Mills Utilitarianism (hg. von Dieter Birnbacher) (zur Anschaffung empfohlen).
Eine sehr gute Einleitung bietet: Roger Crisp, Mill on Utilitarianism, Abingdon 1997 (in der Reihe Routledge Philosophy Guidebooks).
Weitere Literatur wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.

Materialien: Bentham.pdf; Urmson.pdf;

Essaykurs

Politische Philosophie in der Antike

Mi. 10:00 bis 12:00 c.t. woch 18.10.2017 bis 07.02.2018 Schellingstr. 9 - 116

 

Der Kurs bietet eine Einführung in die politische Philosophie der Antike. Im Zentrum sollen dabei die Positionen von Platon (Politeia) und Aristoteles (Politik) stehen; wir werden uns aber auch mit Hellenistischen Ansätzen (wie dem Kosmopolitismus der Stoa) sowie mit der spezifisch Römischen Perspektive in Ciceros De re publica befassen. Falls Zeit bleibt, werfen wir außerdem einen Blick in Augustinus’ De civitate Dei, um die christliche Spätantike mit einzubeziehen. Bei der Beschäftigung mit den antiken Autoren werden wir u.a. auf die Fragen stoßen, warum Menschen überhaupt in Staaten leben, welchem Zweck der Staat zu dienen hat, welche Formen der Verfassung es gibt und welche davon die beste ist, wie sich das Glück des Einzelnen zu dem der Gemeinschaft verhält, was die Gerechtigkeit eines Staates ausmacht, wie es zum Wandel der Verfassungen und zu inneren Unruhen kommt und wie ein idealer Staat aussehen könnte. Zur besseren Einordnung werden wir zum einen überlegen, inwiefern die antiken Ansätze mit der politischen Wirklichkeit (etwa den Stadtstaaten bei Platon und Aristoteles oder der Römischen Republik bei Cicero) zusammenhängen, und zum anderen immer wieder einen Blick auf die politische Philosophie der Gegenwart werfen.

Latein- und Griechischkenntnisse sind von Vorteil, aber keine Bedingung.

Die Texte werden entweder in einem Reader oder online zur Verfügung gestellt. Weitere Literatur wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.

Materialien: Platon Politeia.pdf; Platon Kriton Grg.pdf; Aristoteles Pol I-III.pdf; Aristoteles Pol IV.pdf;

Fortgeschrittenenseminar

Akademische Skepsis

Di. 14:00 bis 16:00 c.t. woch 17.10.2017 bis 06.02.2018 Geschw.-Scholl-Pl. 1 (E) - E 206

Unter dem Begriff der „Akademischen Skepsis“ werden Positionen zusammengefasst, die in der Akademie, also der von Platon gegründeten Schule, zwischen dem dritten und dem ersten Jahrhundert v. Chr. vertreten worden sind und die sich vor allem mit den Philosophen Arkesilaos, Karneades und Philon von Larisa verbinden. Diese Philosophen haben Argumente entwickelt, mit deren Hilfe die Möglichkeit sicherer Erkenntnis in Zweifel gezogen werden sollte. Wie diese (in erster Linie anti-stoischen) Argumente genau funktionieren und wie die Haltung der Akademischen Skeptiker letztlich zu beschreiben ist, ist allerdings alles andere als leicht zu sagen – was nicht zuletzt der problematischen Überlieferung zuzuschreiben ist. In unserem Seminar werden wir uns ausgewählte Zeugnisse der Auseinandersetzung zwischen Akademie und Stoa (v.a. aus Ciceros Lucullus und den Schriften des Sextus Empiricus) ansehen und versuchen, die Argumente der Skeptiker zu rekonstruieren. Dabei wird es uns nicht nur um die Frage gehen, wie die Erkenntniskritik der Akademischen Skepsis genau funktioniert, sondern auch darum, wie sie dem Einwand begegnet, dass eine solche Position entweder selbstwidersprüchlich ist oder sich nicht in die Praxis umsetzen lässt. Außerdem werden wir – als Hintergrund – einen genaueren Blick auf die Epistemologie der Stoa werfen und über die Frage sprechen, wie sich die Akademische Skepsis zu der zweiten Skeptischen Strömung der Antike, der sogenannten „Pyrrhonischen Skepsis“ verhält. Das Seminar kann insofern auch als Einführung in die antike, v.a. Hellenistische Erkenntnistheorie verstanden werden.

Latein- und Griechischkenntnisse sind von Vorteil, aber keine Bedingung.

Literatur: Welche Texte wir genau lesen, wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben. Als Vorbereitung empfehle ich, einen Blick in Ciceros Academica zu werfen, wenn nicht auf Latein, dann am Besten in der englischen Übersetzung von Charles Brittain (Cicero: On Academic Scepticism, Indianapolis 2006). Brittain bietet nicht nur eine wirklich lesbare Übersetzung mit zahlreichen Anmerkungen, sondern auch eine sehr hilfreiche Einleitung in unser Thema sowie eine thematische Bibliographie (viii-lviii).

Materialien:Brunschwig Introduction.pdfStriker Criterion.pdf; SE M VII extracts.pdf;

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