Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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"Das Zusammenspiel von Spekulation und Vorstellung in Hegels enzyklopädischem System" (Mai 2011 - April 2014)

Ein Projekt, gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung, durchgeführt von Dr. Kazimir Drilo

30.04.2014

Hegels Aussage, seine Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften bedürfe der Ergänzung durch den mündlichen Vortrag, ist als die Angewiesenheit der spekulativen Wissenschaft auf die veranschaulichende Sprache der Vorstellung zu verstehen. Durch diese Tiefendimension weist die Enzyklopädie über sich hinaus auf die Notwendigkeit eines lebendigen Nachvollzugs des in ihr dargestellten spekulativen Inhalts durch die Zuhörer und Leser; durch die Art dieses Nachvollzugs bestimmt sich ihr Charakter als „System“. Ziel des Projekts ist es, vor dem Hintergrund der für Hegels Philosophie fundamentalen Unterscheidung von Spekulation und Vorstellung zu zeigen, dass die Vorstellung nicht nur ein vom spekulativen Denken in seinem Anspruch begrenzter Standpunkt des endlichen Denkens ist, sondern auch der „Gesprächspartner“, den das spekulative Denken braucht, um seine volle Wirklichkeit zu erlangen. Damit zusammenhängend soll gezeigt werden, dass die Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften, die Religionsphilosophie als ihr Teil und die Wissenschaft der Logik als ihre Grundlage durch ihre Verfahrensweisen auf die Darstellung, Vermittlung und Begründung dieses Zusammenspiels – der Befreiung des spekulativen Denkens von der Vorstellung und des beständigen Zurückkehrens zu ihr – ausgerichtet sind. Die Arbeit lässt somit erkennen, dass das endliche Denken in seiner Gestalt als „Vorstellung“ nicht nur ein Schlüsselbegriff der Religionsphilosophie ist, sondern, in seinem Zusammenspiel mit der Spekulation, des gesamten enzyklopädischen Systems.

Im März 2012 fand zum Projekt die gleichnamige Tagung in der Carl Friedrich von Siemens Stiftung statt.

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