Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
print

Links und Funktionen

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Joung Hwan Lee

Doktorand

Dissertationsprojekt: Theorie der Selbsttäuschung der Freiheit. Eine Untersuchung der Selbstdifferenzierung des Absoluten in der Erlanger Vorlesung Schellings (1821)

Ziel der geplanten Arbeit ist, die Selbstdifferenzierung des Absoluten in der Erlanger Vorlesung (1821) Schellings zu erläutern. Dabei handelt es sich insbesondere um Schellings Konzeption der Setzung der ersten Differenz überhaupt im 2. Teil der Erlanger Vorlesung (Vorlesung 12 bis 32), nämlich die ‚Theorie der Selbsttäuschung der Freiheit‘.

Seit Schelling in seiner Freiheitsschrift (1809), noch präziser, in seiner Anti-Fichte-Schrift (1806) ein neues Systemmodell, den sog. internen Dualismus eingeführt hat, stellt sich das Problem nach der Setzung der Differenz überhaupt im Absoluten als das Hauptthema seiner Philosophie ein. Die Fragment gebliebenen Entwürfe nach der Freiheitsschrift, nämlich Weltalter-Fragmente (1811-15) sind weitere Versuche Schellings, das mit der Freiheitsschrift auftauchende Problem zu lösen.

In der Erlanger Vorlesung (1821) liefert Schelling nun ein neues Erklärungsmodell für die Setzung der Differenz überhaupt im Vergleich zu den Weltalter-Fragmenten, das ich als die ‚Theorie der Selbsttäuschung der Freiheit‘ bezeichnen möchte. Die Einführung des neuen Erklärungsmodells ist meiner Meinung nach als das Ergebnis des systematischen Umbaus in der Erlanger Vorlesung zu verstehen, bei dem es sich um die Ersetzung des alten internen Dualismus durch den neuen handelt.

Darüber hinaus zeigt dieser Neuansatz der Erlanger Vorlesung die konzeptionelle Verknüpfung mit Schellings Hegel-Kritik in seiner Spätzeit, genauer gesagt, in seiner Münchner Vorlesung zur Geschichte der neueren Philosophie (1836/7).

In diesem Zusammenhang lässt sich das Ziel der geplanten Arbeit wie folgt in drei Teile gliedern: Im ersten Teil möchte ich die konzeptionelle Neuigkeit von Erlanger Vorlesung im Vergleich zu frühen Systementwürfen Schellings, Weltalter-Fragmenten feststellen. Vor dem Hintergrund von der ersten Feststellung möchte ich im zweiten Teil das neue Erklärungsmodell der Erlanger Vorlesung für die Setzung der ersten Differenz überhaupt, die ‚Theorie der Selbsttäuschung der Freiheit‘ erläutern. Darüber hinaus versuche ich im letzten Teil der Arbeit, die konzeptionelle Verknüpfung der Erlanger Vorlesung mit der Spätphilosophie Schellings dadurch aufzuzeigen, dass ich die Parallelität zwischen der Darstellung der Selbsttäuschung der Freiheit in der Erlanger Vorlesung und der Hegel-Kritik Schelling in seiner Münchner Vorlesung zur Geschichte der neueren Philosophie herausstelle.