Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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Thomas Wyrwich: Kants Galgen-Beispiel und Adornos Verurteilung. Eine Skizze zum Begriff der „Erfahrung“ in der kritischen Moralphilosophie, in: Kant und die Philosophie in weltbürgerlicher Absicht. Akten des XI. Internationalen Kant-Kongresses, hrsg. von Stefano Bacin, Alfredo Ferrarin, Claudio La Rocca und Margit Ruffing, Bd. 3, Berlin-New York: de Gruyter 2013, S. 769-780.

Abstract: Was Kant mit dem „Factum der reinen Vernunft“ genau gemeint hat, ist bis heute höchst umstritten. Zudem schickt er seiner Erläuterung dieses „Factums“ im § 6 der Kritik der praktischen Vernunft das berühmte und zugleich berüchtigte Galgen-Beispiel voran, in dem sich auch der Schluss vom „Sollen“ auf das „Können“ findet. Gegenstand meines Beitrags ist nun eine genaue Betrachtung dieses Beispiels und der möglichen Absichten, die Kant mit demselben verfolgt hat. Im ersten Teil werde ich den entsprechenden Textabschnitt genauer in Augenschein nehmen und im Zuge dessen zugleich die Kritik eines namhaften Philosophen an dem Kantischen Beispiel referieren. Im zweiten Teil werde ich dann darzulegen versuchen, dass diese Kritik nicht stichhaltig ist und dass Kants Begriff der „Erfahrung“, den er im Zusammenhang mit dem Galgen-Beispiel verwendet, missverstanden wird, wenn dieser Begriff als „empirische“ Erfahrung ausgelegt wird. Dieses Missverständnis lässt sich, so meine These, nur vermeiden, wenn man auch in der praktischen Philosophie den für Kant insgesamt so wichtigen Unterschied von Denken und Erkennen berücksichtigt. Im dritten Teil, in dem ich meine Ergebnisse kurz zusammenfasse, versuche ich dann noch anzudeuten, dass die Beachtung dieses Unterschiedes sich auch mit Kants „Weltbegriff“ der Philosophie in Verbindung bringen lässt.


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