Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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Ontologie

Die Ontologie beschäftigt sich mit allem, was es gibt, denn sie fragt erstens, was es heißt, daß es etwas gibt, und zweitens, welche Kategorien von Objekten existieren und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. Zur Beantwortung der ersten Frage wird der Begriff der Existenz und sein Verhältnis zu anderen zentralen Begriffen analysiert. Besonders wichtig ist die Verknüpfung mit dem Begriff der Identität und die Rolle von Identitätskriterien, d.h. die Frage, ob man, wenn man eine Art von Objekten als existierend ansehen will, die Bedingungen muß angeben können, unter denen gilt, daß ein Ding dieser Art identisch ist mit einem Ding dieser Art. Ein weiterer zentraler Begriff ist der der Wirklichkeit; problematisch ist, ob alles, was existiert, wirklich ist, oder ob auch das existiert, was nur möglich ist, und ob es nicht existierende Objekte gibt. Im Zuge der zweiten Frage wird vor allem diskutiert, ob es außer den Objekten, die nur einmal vorkommen, auch solche gibt, die vielfach exemplifiziert sind, d.h. Universalien; ob es eine Art von Objekten gibt, von der die übrigen einseitig abhängig sind (Substanzen), und wenn ja, von welcher Art diese Abhängigkeit ist (z.B. kausal); ob der Begriff von notwendigen Eigenschaften (Essenzen) sinnvoll und was das Verhältnis zusammengesetzter Objekte zu ihren Teilen ist.

Die Frage nach der Existenz und der Struktur von Objekten der Welt wirft zugleich logisch-philosophische Fragen auf, die Gegenstand der formalen Ontologie sind. So werden seit etwa 60 Jahren mit Instrumenten der modernen Logik Axiomatisierungen nominalistischer Theorien diskutiert. Das Problem der Reduktion zwischen ontologischen Kategorien kann als Reduktion zwischen Theorien behandelt werden. Ein Spezialproblem stellt die Frage nach der Natur abstrakter Objekte im Kontext der Mathematik dar; es verbindet die Ontologie mit der Philosophie der Mathematik.