Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
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Antike

Die abendländische Philosophie beginnt im griechischen Sprachraum ca. 600 Jahre vor Chr. Daher überrascht die überragende historische Bedeutung nicht, welche die griechischen Denker für unsere philosophische Tradition haben. Platon und Aristoteles geben der Philosophie bis heute die großen Fragen vor: Was ist objektiv wirklich? Wie ist Erkenntnis davon möglich? Was ist unser Ort in der objektiven Wirklichkeit, insbesondere: Sind wir frei? Wie kann unser Leben gelingen? Und sie prägen Begriffe, die nicht nur unser philosophisches, sondern auch unser außerphilosophisches Denken bestimmen, so etwa den Begriff des Begriffs, das Konzept der Rationalität und der vernünftigen Handlung, und die Begriffe von Substanz und Natur.

In ihrer Geschichte bildet die antike Philosophie höchst unterschiedliche Formen aus, die als Modelle für das Verständnis von Philosophie überhaupt dienen können: Philosophie als Daseinsbewältigung in Vorsokratik und Sophistik; ihre Verpflichtung auf diskursive Begründung und Begrifflichkeit durch Sokrates; die Orientierung der Philosophie, ja unserer Welt und unseres Handelns insgesamt an der absoluten Maßstäblichkeit der Ideen bei Platon; der Wiedergewinn einer weitgehenden Autarkie der natürlichen Wirklichkeit, der auch wir selbst entstammen, bei Aristoteles; der konsequente Primat des Praktischen in der Philosophie des Hellenismus.

In Forschung und Lehre wird die Antike am Philosophie-Department in ihrer ganzen Bandbreite von der Vorsokratik bis zum Neuplatonismus vertreten. Besondere Aufmerksamkeit genießt jedoch Aristoteles. Das Anliegen dabei ist nicht nur das hermeneutische Interesse, historisch korrekt nachzuvollziehen, was bedeutende Philosophen vor 2500 Jahren gedacht haben, sondern auch, durch diese Gedanken zeitgenössische Debatten zu befördern. Eben hier liegt die Motiviation für die schwerpunktmäßige Auseinandersetzung mit der aristotelischen Theorie, von der einige zentrale Elemente gegenwärtig eine Renaissance erfahren: Etwa in der praktischen Philosophie durch die Debatte um die Tugendethik, in der theoretischen Philosophie durch die Rehabilitierung von Substanz- und Formbegriff. Am Department konzentrieren sich die aktuellen Forschungsbemühungen darauf, einen aristotelisch gefaßten Lebensbegriff für das Verständnis von Handlung, Freiheit und von der Einheit materieller Dinge auszubeuten.